Richtung Knorrhütte

Von der Reintalangerhütte geht es nun Richtung Knorrhütte. Für mich war es das schwerste Stück der ganzen Tour, denn nun geht es steil nach oben. In den meisten Touren wird auf diesen Teilstück relativ wenig eingegangen. Aber dieses Stück hat es in sich. Ca. 15 Minuten nach der Reintalangerhütte erreicht man ein kleines Plateau. Von hier aus sieht die letzte Etappe für diesen Tag gar nicht so schwierig aus. Zunächst an einer Abriss Kante entlang, dann durch eine steile Felsenschlucht. Ich durchquere noch mit relativ einfachen Fuß das Plateau. Dann wird der Weg deutlich steiler und geröllig. In Serpentinen zieht man seine Bahnen. So langsam merke ich, dass meine Beine müder werden. Getränke habe ich genug dabei, aber gegessen habe ich bisher noch nichts. Nun fällt mir ein, dass ich gar nichts mit habe und doch in der Reintalangerhütte Essen wollte... So langsam komme ich außer Puste. Leider ist die Knorrhütte von hier aus nicht zu sehen. Man hat kein Gefühl, wie weit man schon gegangen ist und wie viel Weg noch vor einem liegt. Ich mache immer mehr kurze Pausen. Immerhin hat man einen wunderbaren Blick zurück auf das Reintal.

Anstieg zur Knorrhütte Anstieg zur Knorrhütte Blick zurück ins Reintal

Mittlerweile quäle ich mich den Weg hinauf. Der Weg ist weiterhin gut erkennbar, aber immer steiniger. Einige Wanderer, die ich im Reintal überholt habe, überholen nun mich. Immerhin sind alle am keuchen. Es ist also auch für andere schwierig. Ein älteres Ehepaar hat einen Höhenmesser dabei und verkündet, dass es noch 100 Höhenmeter bis zur Hütte sind. Und tatsächlich. Ab und an blinkt der silberne Schornstein der Hütte am Horizont. Mittlerweile liegt die Felsenschlucht hinter mir, und nur noch ein paar Serpentinenkurven vor mir. Mittlerweile verfluche ich mich, dass ich keine Pause gemacht und nichts gegessen habe und frage mich, warum ich die Tour nicht anderes herum gemacht habe. Dann ist es soweit. Ich erreiche die Terrasse der Knorrhütte (2.052m über NN) DAV Seite unter den Applaus der Wanderer, die mich überholt haben. Jetzt bin ich fix und fertig. Erst mal einen halben Liter Mineralwasser und einen halben Liter Cola. Nach ca. 30 Minuten kann ich mich koordinieren und Hütte und Landschaft genießen.

16:50 Uhr

Es ist Tag der deutschen Einheit und die Hütte ist gut gefüllt, aber nicht überbelegt. Die zwei Tage zuvor, muss die Hölle los gewesen sein.

Knorrhütte Blick von der Knorrhütte Matrazenlager

Die Hütte ist sehr komfortabel. Hausschuhe stehen für jeden Gast bereit. Das Matratzenlager, dass ich zwei Tage vorher telefonisch reserviert hatte, ist durchaus gemütlich und hat mich 20 € gekostet. Ich kaufe mir als nächstes eine Duschmarke. Die Dusche ist das nächste Abenteuer. Den ganzen Abend hört man spitze Schreie. Die Dusche wird Schlagartig mal ganz kalt oder ganz heiß. Aber das belebt. Ich bestell mir das obligatorische Hüttengulasch für 10 € (nun ja, geschmacklich ging es so.) und weitere Getränke. Man erhält eine Verzehrkarte, die man vor dem zu Bett gehen bezahlen muss. Für die Getränke zahle ich noch einmal 19 €. Ich genieße den Sonnenuntergang. Mittlerweile bin ich doch wieder deutlich lebendiger und trotze wieder vor Energie. Man hat einfach ein wohliges Gefühl. Ca. 20 Meter vor der Hütte findet man übrigens ein seltsames Ritual. Weil dort an einer kleinen Stelle Handyempfang möglich ist (Ab der Partnachklamm bis hierher hat man durchgehend keinen Empfang), sieht man dort alle hinlaufen und SMS schreiben. Es beginnt der gemütliche Teil. Man kommt schnell ins Gespräch. Alles so wie es sein sollte. Kurz nach 21 Uhr leg ich mich schlafen und frage mich noch, wie man es wohl schaffen mag, wenn man mal Nachts muss, aus dem Dreistöckigen Etagenbett zu kommen, ohne auf andere zu fallen. Insgesamt war ich 7,5h unterwegs (inkl. aller Pausen). Das ist OK. Insgesamt habe ich heute 56 € bezahlt.

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